Deinen biologischen Rhythmus erkennen und sinnvoll nutzen.
Grundlagen & Zielbildung
Wirkungsziel: Die folgenden Inhalte dienen der gezielten Verbesserung messbarer Leistungskennzahlen (relevante KPIs).
Dein Chronotyp entsteht aus Genen, Alter, Licht-Exposition und Gewohnheiten. Er beeinflusst, wann du natürlich müde wirst und wann Leistungsgipfel auftreten. Leben gegen den Typ erzeugt Social Jetlag – eine dauerhafte Diskrepanz zwischen Biologie und Terminen (z. B. Eule mit frühem Büroalltag). Ziel ist nicht Perfektion, sondern 80 % Passung durch smarte Zeitfenster und kleine Verschiebungen.
Schnelltest: MSF-Light & Alltags-Indikatoren
Ohne langen Fragebogen findest du deinen Richtwert so:
Freie Tage notieren: 2–3 freie Nächte ohne Wecker. Notiere Schlafbeginn (Licht aus) und Aufwachen (ohne Snooze). Berechne den Schlafmittelpunkt (Mitte der Schlafzeit).
MSF-Light: Der Mittelwert dieser Mittelpunkte â dein biologisches „Mitte-der-Nacht“-Marker. Frühe Mittelpunkte-eher Lerche, späte-Eule.
Alltags-Checks: Fühlst du dich 1–2 h nach Aufstehen klar oder matschig? Kommt dein Leistungspeak vormittags (Lerche) oder später (Eule)?
Hinweis: Wearables sind ok, aber Trends > Einzelwerte. Subjektive Frische bleibt entscheidend.
Morgenlicht auch am Wochenende: Kurz raus, Uhr stabilisieren.
Spätabende kompensieren: Wenn es spät wurde: früh kurzes Morgenlicht, dann am Nachmittag 20-Min-Nap.
Team-Kompatibilität & Meeting-Timing
Chronotypen im Team sichtbar machen – ohne Stigmatisierung:
Kernzeitfenster definieren (z. B. 10:00–15:00) für synchrone Meetings.
Deep-Work-Ränder schützen: Lerchen 08:30–10:00, Eulen 15:30–17:00 ohne Meetings.
Asynchron bevorzugen (Docs, Boards, Loom) – live nur, wenn nötig.
1:1s in die individuelle Peak-Zeit legen (Lerche vormittags, Eule nachmittags).
Reisen/Zeitzonen: Mini-Jetlag-Plan
â¤3 Zeitzonen: Vor Ort sofort an lokale Zeiten anpassen; Licht & Mahlzeiten kompromisslos lokal.
4–8 Zeitzonen: Abreise-T-3 Tage täglich 20 Min. Richtung Zielzeit verschieben (Schlaf & Mahlzeiten). Nach Ankunft: Morgenlicht, kurze Bewegung, Day-1 Nap max. 20 Min. vor 15:30.
>8 Zeitzonen: Entscheide, ob du „with the sun“ (Ostwärts früher werden) oder „against“ (Westwärts später werden) verschiebst – wähle die kleinere Netto-Differenz.
Hinweis: Supplement-/Medikations-Fragen gehören in ärztliche Beratung; hier arbeiten wir mit Licht, Bewegung, Timing.
Kann ich meinen Chronotyp komplett „umtrainieren“?
Du kannst ihn verschieben, nicht beliebig ändern. Mit Licht, Bewegung, Mahlzeiten & Konstanz sind 30–90 Min. realistisch – größere Sprünge brauchen Zeit.
Wie schnell wirkt Licht am Morgen?
Schon wenige Minuten helles Licht setzen ein starkes Signal. Entscheidend ist jeden Tag – nicht die perfekte Dauer.
Ich habe Schichtarbeit – was ist die 1 Sache mit größtem Hebel?
Ein fester Aufsteh-/Morgen-Anker (Licht + Wasser + kurze Aktivierung) und konsequente Dunkelheit im Schlaffenster.
Hilft ein 20-Min-Nap bei Social Jetlag?
Ja, als Sicherheitsnetz – aber kein 45–60-Min-„Dämmer-Nap“, der N3 trifft und Trägheit erzeugt.
Wie verhindere ich „Sonntag-Insomnie“?
Wochenenden max. ±1 h, Abendlicht dimmen, Koffein früher cutten, 20-Min-Nap statt Ausschlafen, Abschalt-Techniken 30–60 Min. vor Bett.
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