Psychische Störungen: Daten, Entwicklung und Einordnung
Psychische Störungen verursachten 2023 Gesundheitsausgaben von 63,3 Milliarden Euro und gehören damit zu den großen Kostenblöcken im deutschen Gesundheitssystem. Gleichzeitig prägen sie Erwerbsminderungsrenten, Fehlzeiten und lange Ausfallzeiten in der Arbeitswelt.
Gesundheitsausgaben für psychische Störungen im Jahr 2023
Anteil psychischer Erkrankungen an Erwerbsminderungsrenten
aller AU-Tage entfielen 2024 auf psychische Störungen
Was zeigen die Daten zu psychischen Störungen?
Psychische Störungen sind ein großer Gesundheits-, Sozial- und Arbeitskostenfaktor. 2023 lagen die Gesundheitsausgaben bei 63,3 Milliarden Euro. Gleichzeitig spielen psychische Erkrankungen eine zentrale Rolle bei Erwerbsminderungsrenten und verursachen einen erheblichen Anteil krankheitsbedingter Arbeitstage.
Psychische Störungen verursachen hohe Gesundheitsausgaben
Die wirtschaftliche Bedeutung psychischer Störungen zeigt sich direkt in den Gesundheitsausgaben. Sie umfassen Behandlung, Versorgung, Medikamente, Therapien und weitere medizinische Leistungen. Damit sind psychische Erkrankungen nicht nur ein individuelles, sondern auch ein systemisches Kostenfeld.
Destatis schätzt die Gesundheitsausgaben für psychische Störungen 2023 auf 63,3 Milliarden Euro. Das entspricht knapp 13 Prozent aller Gesundheitsausgaben.
Depressionen und Angststörungen prägen das Krankheitsbild
Innerhalb psychischer Störungen spielen Depressionen, Angststörungen sowie Burnout- und Anpassungsstörungen eine besonders wichtige Rolle. Sie sind für Versorgung, Arbeitsfähigkeit und langfristige Krankheitsverläufe entscheidend.
- 16,7 % Anteil Depressionen
- 7,9 % Anteil Angststörungen
- 60 % Anteil depressiver Episoden an den betrachteten psychischen Diagnosegruppen
- 25 % Anteil von Angststörungen an den betrachteten psychischen Diagnosegruppen
- 15 % Anteil von Burnout und Anpassungsstörungen an den betrachteten psychischen Diagnosegruppen
Psychische Erkrankungen dominieren Erwerbsminderungsrenten
Die Bedeutung psychischer Störungen zeigt sich besonders deutlich bei Erwerbsminderungsrenten. Hier geht es nicht mehr nur um kurzfristige Arbeitsunfähigkeit, sondern um dauerhafte Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit.
Psychische Erkrankungen haben einen Anteil von 41,8 Prozent an den Erwerbsminderungsrenten.
Psychische Störungen wirken stark in die Arbeitswelt hinein
Arbeitsfolgen sind bei psychischen Störungen besonders relevant, weil einzelne Krankheitsfälle oft lange dauern. Dadurch entstehen viele AU-Tage, selbst wenn die reine Fallzahl nicht immer die höchste unter allen Diagnosegruppen ist.
- 17,4 % aller krankheitsbedingten Arbeitstage gingen 2024 auf psychische Störungen zurück
- 342 AU-Tage je 100 Versicherte entfielen auf psychische Erkrankungen
- 182,6 AU-Tage je 100 Versicherte wurden durch Depressionen verursacht
Psychische Belastungen werden seit Jahren stärker sichtbar
Die Entwicklung der Daten zeigt eine zunehmende Sichtbarkeit psychischer Erkrankungen in Gesundheits- und Arbeitsunfähigkeitsstatistiken. Besonders seit 2019 haben psychisch bedingte AU-Tage deutlich zugenommen.
- +50 % psychische AU-Tage seit 2019
- +47 % psychisch bedingte Fehltage seit 2014
- 33 Tage durchschnittliche Falldauer bei psychischen Diagnosen
Einordnung: Psychische Störungen sind mehr als ein Fehlzeiten-Thema
Psychische Störungen betreffen Gesundheitssystem, Arbeitswelt und soziale Sicherung zugleich. Fehlzeiten sind nur ein Ausschnitt. Die stärkeren Signale liegen in Gesundheitsausgaben, langen Krankheitsverläufen und Erwerbsminderung. Deshalb braucht diese Seite einen eigenen Überblicksfokus statt einer reinen Fehlzeiten-Perspektive.
FAQ zu psychischen Störungen
Wie hoch sind die Gesundheitsausgaben für psychische Störungen?
Die Gesundheitsausgaben für psychische Störungen lagen 2023 bei 63,3 Milliarden Euro.
Welche psychischen Erkrankungen sind besonders relevant?
Besonders relevant sind Depressionen, Angststörungen sowie Burnout- und Anpassungsstörungen. Depressionen verursachen zudem besonders viele AU-Tage.
Warum sind psychische Störungen für Erwerbsminderungsrenten wichtig?
Psychische Erkrankungen machen 41,8 Prozent der Erwerbsminderungsrenten aus und sind damit ein zentraler Faktor für langfristige Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit.